Ein Braumeister ist neues Küken der Rebsteiner Fasnacht

Steffen Pawlak durfte heute erleben, wie es ist, den Kopf in eine Volière gesteckt zu bekommen. Die Prämierung des 33. Obervogels war der Auftakt für die Dorffasnacht, welche sich zum 50. Mal jährt.

Kurz vor der Vorstellung des neuen Kükens wurde auf dem Dorfplatz bereits gerätselt, wem die Ehre dieses Jahr zuteilwerden könnte. Obervogel werden kann jeder und jede, der oder die in Rebstein wohnt. Bevorzugt werden Vereinsmenschen und solche, die sich im Dorf engagieren. Natürlich sollte er oder sie sich auch für die Fasnacht begeistern können.

Die Anzahl an «Vögelinnen» ist noch gering. Nur vier Frauen wurden in der Vergangenheit zum Obervogel gekürt, die letzte im Jahr 2017.

«Eines der strengsten der letzten 50 Jahre»

Dann war es so weit. Um kurz nach halb sieben wurde das maskierte Küken in buntem Gewand von allen anderen Obervögeln die Burg hinunterbegleitet. Dabei gaben die Burgtätscher den Takt vor. 

Wie bereits letztes Jahr hielt Alexander Baumgartner, Obervogel Nummer 27, die Laudatio. Zunächst erkundigte er sich beim letztjährigen Küken, Marcel «Mürs» Langenegger, wie es ihm ein Jahr später geht. «Ich hatte eine super Zeit. Von den letzten 50 Jahren war das vergangene eines der strengsten. Aber ich habe es überlebt», sagt dieser und lacht. 

Nach ausgiebigem Applaus geht es dann um das diesjährige Küken. Die Person präge das Dorfleben seit Jahren mit. Sie habe es schon öfters bereichert, belebt und beschwingter gemacht. Seit 2023 gehöre sie offiziell zur erlesenen Runde der Rebsteiner Ortsbürgerinnen und Ortsbürger.

Sie kenne Gassen, Menschen und Feste. Und auch die Person sei auf Festen für ihr Anpacken und das Verbreiten von guter Laune bekannt. Ausserdem sei eines gewiss: «Genüssliche Bierlust ist bei dieser Person keine Schwäche, sondern eine Charakterstärke», so Baumgartner.

Weiter sei die Person Mitglied im Turnverein, Bierordensträger im Sonnenbräu-Fanclub, Gönner-Mitglied beim FC Rebstein und Fan des 1. FC Nürnberg. Der Hinweis auf die Liebe der Person zur fränkischen Küche grenzte die Auswahl an möglichen Kandidatinnen und Kandidaten noch weiter ein.

«Er ist perfekt – oder versteckt seine Fehler gut»

Zum Schluss der Rede käme noch die letzte und wichtigste Eigenschaft des Kükens neben ihm: «Die Person ist entweder absolut perfekt oder versteckt ihre Fehler einfach extrem gut.» Eine Erklärung für diese Annahme blieb aus. Stattdessen lüftete Alexander Baumgartner sogleich das Geheimnis: «Unser Küken Nummer 33 ist niemand Geringeres als Steffen Pawlak.»

Der Braumeister der Sonnenbräu in Rebstein sei aus allen Wolken gefallen. «Ich fühle mich überrumpelt und überrascht», sagt er nach seinem mehr oder weniger freiwilligen Auftritt. Das anstehende Kükenjahr dürfte auch für ihn nicht langweilig werden. «Er muss sich im Dorf präsentieren und auf jeden Fall ein Grillfest mit allen Obervögeln organisieren», sagt sein Vorgänger Marcel Langenegger amüsiert. Steffen Pawlak wird sich heute Abend wohl das eine oder andere Bier gegönnt haben.